Sie sind hier:

Heute vor 100 Jahren

1 ... 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40
1 ... 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40

Wuffi40
(bei 72 Stimmen)
Beiträge: 12514

Post #381 geschrieben am 21.04.2017 - 07:44

21.04.1831: In Bremen wird die als Serienmörderin verurteilte Gesche Gottfried durch Enthauptung hingerichtet.
Gesche Margarethe Gottfried (geborene Timm; * 6. März 1785 in Bremen; gest. 21. April 1831 ebenda) war eine Serienmörderin, die durch Gabe von Arsen fünfzehn Menschen vergiftete. Was sie zu diesen Taten trieb, ist bis heute ein Rätsel geblieben. Bevor bekannt wurde, dass sie für die Morde verantwortlich war, galt Gesche Gottfried in ihrer Umgebung als „Engel von Bremen“. An Gesche Gottfried wurde die letzte öffentliche Hinrichtung in Bremen vollzogen. An die Hinrichtung erinnert der Spuckstein auf dem Domshof in Bremen.

Wuffi40
(bei 72 Stimmen)
Beiträge: 12514

Post #382 geschrieben am 26.04.2017 - 08:26

26.04.1935: In Berlin wird die erste Welt-Hunde-Ausstellung mit 124 Rassen aus 15 Ländern eröffnet. Die Ausstellung gilt als die größte ihrer Art in der Welt.

Wuffi40
(bei 72 Stimmen)
Beiträge: 12514

Post #383 geschrieben am 27.04.2017 - 06:53


27.4.1921: Hans-Joachim Kulenkampff (gest.14.8.1998)
Kulenkampff wurde als zweiter Sohn des Bremer Kaufmanns Friedrich Wilhelm Kulenkampff (1893–1964) geboren. Nach dem Abitur am Hermann-Böse-Gymnasium in Bremen studierte er Schauspiel an der Schauspielschule des Deutschen Theaters Berlin, wo u. a. Agnes Windeck seine Lehrerin war. Er diente ab 1941 in der Wehrmacht und war im Krieg gegen die Sowjetunion eingesetzt. Dort amputierte er sich eigenhändig mehrere erfrorene Zehen und erlebte auch andere traumatische Erfahrungen.Sein Debüt gab er 1943 am Bremer Schauspielhaus und spielte auch an Theatern in Österreich und der Schweiz. Zu Kriegsende musste er in Berlin nochmals an die Front und kam in britische Kriegsgefangenschaft. Er moderierte zahlreiche große Quizshows des deutschen Fernsehens, wie "Einer wird gewinnen", "wer weiß warum" oder "Der große Preis". Kulenkampff hat Fernsehgeschichte geschrieben - er galt als der Showmaster der Nation. Auch seine "Nachtgedanken", die er zum Programmschluss der ARD vorlas, waren sehr beliebt. Sein Charme und seine Schlagfertigkeit brachten ihm Quote. Seine Karriere begann als Bühnenschauspieler; berühmt wurde er aber erst in den 1960er Jahren als Showmaster in "Einer wird gewinnen", seiner erfolgreichsten Sendung. Er nahm immer wieder Bühnenrollen an und trat auch in diversen Fernsehspielen auf.

Wuffi40
(bei 72 Stimmen)
Beiträge: 12514

Post #384 geschrieben am 01.05.2017 - 06:49

1886: In Chicago, Illinois, beginnt mit einer Versammlung, bei der der Journalist August Spies von der Chicagoer Arbeiter-Zeitung eine Rede hält, ein Streik, in dessen Verlauf es zum Haymarket Riot kommt, bei dem mehrere Menschen sterben. Dieses Ereignis wird zum Bezugsdatum für den Tag der Arbeit.
1890: Der Erste Mai wird im Gedenken an die Haymarket Riot erstmals international als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ begangen. Der Gedenktag ist von der Zweiten Internationale ausgerufen worden.

Wuffi40
(bei 72 Stimmen)
Beiträge: 12514

Post #385 geschrieben am 03.05.2017 - 05:24


3.5.1919: Räterepublik niedergeschlagen
Durch Reichstruppen und Freikorps wurde am 3. Mai 1919 die Münchener Räterepublik blutig niedergeschlagen. Nach ungarischem Vorbild hatte wenige Wochen zuvor der Zentralrat die Räterepublik ausgerufen und eine Rote Armee gegründet. . In ihrer Führung war die Räterepublik zunächst von pazifistischen und anarchistischen Intellektuellen wie Ernst Toller, Erich Mühsam und Gustav Landauer geprägt. Nach dem von Rotgardisten unter dem Kommando Rudolf Egelhofers vereitelten – gegen die Räterepublik gerichteten – Palmsonntagsputsch dominierten ab 13./14. April führende KPD-Mitglieder wie Eugen Leviné, Max Levien und Egelhofer selbst (als Münchner Stadtkommandant) die Räteregierung. Die Münchner Räterepublik hatte sich von Anfang an paramilitärischen Angriffen der von Bamberg aus mobilisierten Freikorpsverbände zu erwehren, die wenig später von regulären durch die Reichsregierung in Marsch gesetzten Armee-Einheiten verstärkt wurden. Bis zum 2. Mai 1919 unterlag die Räterepublik schließlich deren militärischer Übermacht. Ihre führenden Protagonisten sowie mehr als 2000 – auch vermeintliche – Anhänger der Räterepublik wurden in den nachfolgenden Tagen und Wochen ermordet, von Standgerichten zum Tode oder zu langen Haftstrafen verurteilt.

Bayern entwickelte sich nach der blutigen Niederschlagung der Räterepublik zur konservativ-nationalistischen „Ordnungszelle“ im Deutschland der Weimarer Republik, in der die „Brutstätten“ des Nationalsozialismus entstanden.

Wuffi40
(bei 72 Stimmen)
Beiträge: 12514

Post #386 geschrieben am 08.05.2017 - 12:31


1945: Der Zweite Weltkrieg in Europa endet mit der Ratifizierung der Urkunde zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht in Berlin-Karlshorst. Das Datum markiert zugleich die Befreiung vom Nationalsozialismus. Sie fand in dem nach der Schlacht um Berlin bezogenen Hauptquartier der sowjetischen Streitkräfte statt und ist datiert auf den 8. Mai. In diesem Gebäude befindet sich das 1967 gegründete, mehrfach umgebaute Deutsch-Russische Museum.
Zuvor ist in Reims, dem Hauptquartier von General Eisenhower als Oberkommandeur der alliierten Truppen an der Westfront, am frühen Morgen des 7. Mai eine endgültige deutsche Kapitulation durch Generaloberst Jodl – autorisiert vom in Flensburg-Mürwik weilenden letzten Reichspräsidenten Karl Dönitz – unterzeichnet worden. Dabei ist vereinbart worden, spätestens nach 45 Stunden die Ratifizierung des Kapitulationsaktes durch das Oberkommando der Wehrmacht sowie deren Oberbefehlshaber von Heer, Luftwaffe und Marine in Anwesenheit des Oberkommandierenden der Roten Armee, Marschall Schukow und des US-amerikanischen Stellvertreter Eisenhowers Tedder zu vollziehen und das Feuer einzustellen. Durch Verzögerung der auf den späten Nachmittag des 8. Mai anberaumten Zusammenkunft werden die Unterschriften erst um 23:01 Uhr geleistet – aufgrund der Zeitverschiebung zur MEZ in Berlin entspricht dies in Moskau dem 9. Mai, 00:01 Uhr. Daher wird seitdem zu diesem Datum das Geschehnis als Tag des Sieges gewürdigt.

Wuffi40
(bei 72 Stimmen)
Beiträge: 12514

Post #387 geschrieben am 10.05.2017 - 07:11

1933: In Deutschland beginnen Nationalsozialisten und ihre Helfershelfer aus Kreisen von Professoren und Studenten in über 20 Städten nach der Machtergreifung mit der Bücherverbrennung im Rahmen der Aktion „Wider den undeutschen Geist“. Die Liste der verbrannten Bücher 1933 umfasst Dutzende Autoren, die entweder jüdische Vorfahren haben oder pazifistisches oder kommunistisches Gedankengut verbreiten. Grundlage bilden die Schwarzen Listen des Bibliothekars Wolfgang Herrmann.Der Berliner Bibliothekar Wolfgang Herrmann hatte bereits seit einigen Jahren an einem Verzeichnis auszusondernder Schriften gearbeitet. An ihn wandte sich die Deutsche Studentenschaft mit der Bitte um „Schwarze Listen“, die bei der „Aktion wider den undeutschen Geist“ die Grundlage der Säuberungen bilden sollten. Bereits am 26. März 1933 erschien eine erste „Liste verbrennungswürdiger Bücher“ in der „Berliner Nachtausgabe“. Sie war vorläufig und unvollständig und wurde bald durch einen gründlicheren Index ersetzt. Anfang April 1933 trat in Berlin ein „Ausschuss zur Neuordnung der Berliner Stadt- und Volksbüchereien“ zusammen, dem auch der damals 29-jährige Wolfgang Herrmann angehörte. Im Rahmen dieses Ausschusses arbeitete er seine Schwarzen Listen weiter aus.
Die Listen waren in folgende Sachgebiete unterteilt:

Schöne Literatur (zunächst 71, dann 127 Schriftsteller und 4 Anthologien)
Geschichte (51 Autoren und 4 Anthologien)
Kunst (8 Werke und 5 Monographien)
Politik und Staatswissenschaften (121 Namen und 5 Werke ohne Verfasser)
Literaturgeschichte (9 Verfassernamen)
Religion, Philosophie, Pädagogik

Die von Herrmann erstellten „Schwarzen Listen“ wurden fortlaufend ergänzt und erweitert, ein Jahr später umfassten sie mehr als 3.000 Titel verbotener Bücher und Schriften. Auf einer „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“, die ab 1935 regelmäßig herausgegeben wurde, fanden sich schließlich 12.400 Titel und das Gesamtwerk
von 149 Autoren.
Die Organisation der Bücherverbrennung lag weitgehend in der Hand der Deutschen Studentenschaft (die durchaus vom Reichsministerium unterstützt wurde), und ebenso war Herrmanns Schwarze Liste aus Eigeninitiative des überzeugten nationalsozialistischen Bibliothekars entstanden; erst in den folgenden Jahren übernahmen Goebbels und sein Ministerium – nach längeren Machtkämpfen mit Alfred Rosenberg – die alleinige Lenkung der Schrifttumspolitik

Wuffi40
(bei 72 Stimmen)
Beiträge: 12514

Post #388 geschrieben am 11.05.2017 - 06:50

1952: Bei einer Demonstration gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland in Essen wird der 21-jährige Arbeiter Philipp Müller von der Polizei erschossen. Es ist der erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, dass ein Demonstrant von der Polizei getötet wird.
In Absprache mit den Westalliierten plante die Regierung der Bundesrepublik Deutschland die Wiederbewaffnung und die vertragliche militärische Bindung an die NATO. Nach den Vorabsprachen auf der Außenministerkonferenz im September 1951 sollte am 26. Mai 1952 der Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) unterzeichnet werden.
Eine Konferenz von Vertretern verschiedener Jugendorganisationen unter Leitung des dortigen Pfarrers Herbert Mochalski, eines engen Vertrauten des hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Martin Niemöller, rief am 2. März 1952 in Darmstadt zu einer „Jugendkarawane gegen Wiederaufrüstung und Generalvertrag“ am 11. Mai 1952 in Essen auf. Am 10. Mai verbot der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Karl Arnold (CDU), der zugleich Ministerpräsident war, die Demonstration mit der Begründung, dass wegen weiterer Veranstaltungen nicht genug Polizeikräfte zur Verfügung stünden. Viele Teilnehmer traten die Heimreise an. Dennoch fanden sich etwa 30.000 Personen, die an verschiedenen Orten in Essen kleinere Veranstaltungen organisierten, die jedoch von der Polizei aufgelöst wurden. Vor der Grugahalle widersetzten sich Demonstranten den Aufforderungen der Polizei.Kommissar Knobloch erteilte Schießbefehl auf die Demonstrierenden. Später wurde behauptet, diese hätten auf die Polizei geschossen, die dann dazu gezwungen gewesen sei, das Feuer zu erwidern. Zwei Kugeln eines Polizisten trafen Philipp Müller, eine davon traf sein Herz tödlich. Durch Polizeikugeln schwer verletzt wurden außerdem der Sozialdemokrat Bernhard Schwarze aus Münster und der Gewerkschafter Albert Bretthauer aus Kassel.
Das Landgericht Dortmund stufte die Schüsse mit Urteil vom 2. Oktober 1952 als Notwehr ein. Schusswaffengebrauch von Demonstranten konnte nicht nachgewiesen werden. Dutzende Jugendliche wurden festgenommen, elf von ihnen später zu Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren verurteilt. Ministerpräsident Arnold erklärte:

„Da der Widerstand durch den Gebrauch des Polizeischlagstocks nicht gebrochen werden konnte […] musste von der Schusswaffe Gebrauch gemacht werden.

Wuffi40
(bei 72 Stimmen)
Beiträge: 12514

Post #389 geschrieben am 12.05.2017 - 07:14

1933: Da die Werke von Oskar Maria Graf der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland nicht zum Opfer fallen, sie im Gegenteil von den Nationalsozialisten sogar zur Lektüre empfohlen werden, verfasst er in der Wiener Arbeiter-Zeitung die Forderung Verbrennt mich!

„Verbrennt mich! […] Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbande gelangen. Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein wie eure Schmach!“


Ein Jahr später, 1934, wurden seine Bücher in einer eigens für ihn angesetzten Bücherverbrennung im Innenhof der Münchner Universität nachträglich verbrannt und seine Werke in Deutschland verboten, er selbst wurde durch die am 29. März 1934 im Deutschen Reichsanzeiger veröffentlichte zweite Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs ausgebürgert.

Wuffi40
(bei 72 Stimmen)
Beiträge: 12514

Post #390 geschrieben am 19.05.2017 - 06:45

19.05.1849: Die von Karl Marx in Köln herausgegebene Neue Rheinische Zeitung stellt nach dem Scheitern der Märzrevolution in der preußischen Rheinprovinz ihr Erscheinen ein.
Die Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie war eine von Karl Marx in den Jahren 1848 und 1849 im zu der Zeit zu Preußen gehörenden Köln herausgegebene Tageszeitung, die sich auch unter kommunistisch-sozialistischen Aspekten mit den revolutionären gesellschaftspolitischen Ereignissen der Zeit beschäftigte. Auch Marx’ Weggefährte Friedrich Engels arbeitete als Redakteur mit wesentlichen Artikeln an der Zeitung mit.

Derzeit aktive Mitglieder: chrissie, Christian1975, Knopf, Lesemaus12, roboaki